12
Nov
2009

Vorsin(n/t)flutlich

Heute auf der Arbeit kam das Thema psychische Erkrankungen auf.
Begründet durch den unerwarteten Entschluß von Robert Enke.
Fragmente, die ich bemerkenswert fand:
"Psychopharmaka verändern auch total die Persönlichkeit, da ist man gar nicht mehr man selbst, und immer nur zugedröhnt. Da kann man gar nichts mehr machen, nicht mehr arbeiten, nicht mehr Auto fahren, gar nichts.
Und die muss man sein Leben lang nehmen, die kann man nie wieder absetzen."
"Aus der Psychiatrie kommt man ja nie wieder raus."
"Die haben sich ja selber gar nicht mehr unter Kontrolle. Die rasten einfach aus."
"Psychisch Kranke wissen ja gar nicht mehr was sie tun. Die kann man auch einfach nicht verstehen. Das kann man als normaler Mensch einfach nicht nachvollziehen."
Und so weiter.
Und ich stand vor der Entscheidung, sag ich was oder nicht?
Ich habs runter geschluckt.
Und ich denke irgendwie, dann darf ich mich auch nicht beschweren.
Tu ich auch nicht.
Ich find es nur erschreckend, wie die Vorstellungen im Bezug auf Psychiatrie, psychische Krankheiten und Therapie sind.
Und das mein Schweigen auch daran schuld ist.
Lebensläuferin (Gast) - 13. Nov, 05:53

Robert Enke

Sind es nicht viele dieser Menschen,
die heute groß um ihn trauern,
die zu seinen Lebzeiten den Druck so erhöhten,
dass er von einer stationären Behandlung absah?!
Eine stationäre Behandlung, die sein Leben vielleicht hätte retten können?
Der Gedanke erscheint mir makaber, so dass ich ihn nicht weiterspinnen möchte ...

Aber doch - was wäre gewesen, hätte er es offiziell gemacht?
Wäre er dann immer noch der wunderbare, einzigartige Mensch gewesen,
den sie heute - zu Recht - in ihn sehen? Oder wäre er belächelt wurden, wie andere Fußballer und andere Prominente, die mit ihrem Leiden an die Öffentlichkeit gegangen sind? Gehe ich zu weit, wenn ich sage: Er wäre von der Fußball-Bildfläche verschwunden?! Da ist doch kein Platz, für derartige "Schwächlinge", oder?!

Was ich mir wünsche, ist, dass sein Tod den einen oder anderen zum Denken anregt.
Dass endlich Depression "gesellschaftsfähiger" wird. Es würde gar den einen oder anderen - und vielleicht auch Robert Enke - das Leben retten.

In tiefer Trauer um ihn und all die anderen, namenlosen, die diesen tiefen Schmerz in sich nicht mehr standhalten konnten ...

Ponyfohlen - 18. Nov, 18:20

Ich hatte mich gefragt...

...ob ich die einzige bin, die sich in den letzten Tagen genau mit dem gleichen Thema beschäftigt hat.
Ich kann auch nichts sagen.
Die meisten Menschen versuchen nicht mal den anderen zu verstehen. Es macht mich traurig, aber auch so wütend.

Ich mag Einstein.

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“

"Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."


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