2010- Magersucht
Ich hab eben aufgeräumt.
Und dabei hab ich einen Text gefunden, den ich an dem Tag geschrieben habe,
an dem ich mich gegen die Essstörung entschieden habe.
Manchmal bin ich überrascht. Was irgendwann gedanklich mal aus mir rausgekommen ist.
Das war nämlich gar nicht so blöd. Wär das nicht meine Handschrift, würde ich es nicht glauben.
Und manchmal bin ich sogar noch zynisch genug, um mich dabei selber zu verhohnepiepeln.
Ich mag das Wort. Das hat mein Kunstlehrer immer gesagt.
Egal.
Ich hab mich entschlossen, den Text zu veröffentlichen.
Vielleicht hilft es ja auch noch anderen.
Er ist ziemlich lang und in der Mitte schweife ich ein bisschen ab, deswegen werde ich ihn wohl etwas kürzen.
Ich hoffe dabei geht der Kontext nicht verloren.
Heute hab ich mich dagegen entschieden.
Ich hab schon viel gegessen heute. Mehr als sonst den ganzen Tag.
Aber ich will nicht mehr, dass das mein Lebensinhalt ist.
Ich will wieder das Leben schön finden.
Das ist nämlich das Gute daran am Leben zu sein.
Man kann es genießen. Man muss sich nur dafür entscheiden.
Ich weiß, dass es nicht so einfach ist.
Ich weiß, dass ich trotz meines Verbots auf die Waage steigen werde und ich weiß, dass ich mich dann hassen werde.
Aber im Moment hasse ich mich auch. Und im Moment nicht nur in den Momenten, die ich auf der Waage verbringe.
Es gibt wichtigere Dinge im Leben. Als Zahlen, Gewicht, Kalorien, Anzahl usw.
Ich will nicht, dass sich daraus mein Leben zusammensetzt.
Ich will Sprachen lernen, Reiten gehen, Freunde treffen, kochen, backen, lernen, studieren und die Ausbildung gut abschließen.
Ich weiß, dass es auch zusammen mit der Essstörung ginge.
Aber ich weiß, dass ich dann auch viel verpassen würde.
Weil ich dadurch so einen Tunnelblick bekomme und meine Gedanken immer nur ums Essen kreisen.
Es ist jetzt fast Ende Mai und ich bin kaum draußen.
Ich verkriech mich, bin depressiv, meide Menschen, bin grummelig, hab keine Lust auf irgendwas.
Ich weiß, dass das teilweise durch den Versuch die Pillen abzusetzen kommt. Aber viel kommt auch vom Hungern.
Ich habe Angst, dass ich fressen werde wie ein Schwein am Anfang und dann alles umsonst war.
Aber ich denke auch, dass sich mein Essverhalten auch wieder normalisieren wird.
Und irgendwann wird sich mein Gewicht wieder einpendeln. Bei einem gesunden Maß.
Und damit es nicht zu schlimm wird, werde ich wieder anfangen zu reiten.
Sport hilft. Nicht nur körperlich. Vielleicht geh ich auch mal wieder schwimmen. Das will ich auch schon seit ner Ewigkeit.
Ich mach mir das Leben immer mit Absicht schwer.
Manchmal glaub ich, aus reiner Langeweile.
Zusammen mit dem chronischen Selbsthass resultiert daraus dann wohl ein Plan zur kontinuierlichen Selbstzerstörung.
Das Schlimme daran ist, dass es mir Spaß macht.
Das Tolle an der Selbstzerstörung ist, dass man es voll ausleben kann und in den meisten Fällen sogar ohne ein schlechtes
Gewissen und ohne dass man aufgehalten wird oder werden kann. Und wenn es doch jemand versucht,
hat man immernoch das Argument, dass es ja niemand anderen betrifft, dass man selber über sich bestimmen kann.
Man ist ja schließlich alt genug.
Das Problem ist, dass man es nicht ist und auch gar nicht sein will.
Dafür macht es zu viel Spaß.
Aber ich weiß nunmal, dass es nicht nur mich betrifft. Dass viele unter meiner Zerstörung leiden.
Ich glaub ich weiß inzwischen, was ich will. Ich will irgendwann zurückblicken auf mein Leben und mir sagen können,
dass ich meine Zeit genutzt und nicht nur verschwendet habe.
Verschwendet mit einer Zerstörung, die niemandem hilft und nicht mal einen Zweck hat. In meinem Kopf natürlich schon.
Da bin ich die Märtyrerin, die die Welt um sie herum rettet, indem sie stirbt und sich opfert für das Wohl der anderen.
Einfach indem diese nicht mehr mit ihrer Anwesenheit belastet werden.
Aber mal ganz ehrlich: So wichtig bin ich nicht.
Es tut gut zu wissen, was man will. Ich fühl mich dadurch immer so frei.
Solche Epochen(?)/Zeitabschnitte, hab ich manchmal. Früher haben sie mir Angst gemacht.
Ich hab ihnen nicht getraut.
Ich wußte danach gehts wieder bergab. Im Moment weiß ich das auch.
Aber gerade versuch ich es einfach zu genießen. Diesen Sack Dunkelheit mal für ein paar Stunden ablegen zu können.
Das tut gut. Es entspannt sich dann auf einmal alles.
Alles wird unglaublich leicht und selbstverständlich.
Ein gutes Gefühl sich um nichts Sorgen machen zu müssen, weil es im Moment nichts gibt, dass es wert wäre.
Sorgen machen kann ich mir imernoch, wenn es soweit ist.
Wenn wirklich alles schief geht.
Man sollte nicht völlig unüberlegt sein, aber ich glaub das kann ich gar nicht.
Das Maß finden. Hör auf deinen Instinkt! Der ist nämlich gegen deine Ausrottung und ist somit das Beste was du hast.
Produktiv sein ist eher selten psychisch anstrengend. Langeweile viel eher.
Es wird langsam wieder alles eintönig und matschig grau in meinem Kopf. Blöd. Meine Leistung lässt nach.
Ich hab Hunger und keinen Bock mehr. Hab ich wirklich Hunger? Oder nur Durst? Keine Ahnung.
Und dabei hab ich einen Text gefunden, den ich an dem Tag geschrieben habe,
an dem ich mich gegen die Essstörung entschieden habe.
Manchmal bin ich überrascht. Was irgendwann gedanklich mal aus mir rausgekommen ist.
Das war nämlich gar nicht so blöd. Wär das nicht meine Handschrift, würde ich es nicht glauben.
Und manchmal bin ich sogar noch zynisch genug, um mich dabei selber zu verhohnepiepeln.
Ich mag das Wort. Das hat mein Kunstlehrer immer gesagt.
Egal.
Ich hab mich entschlossen, den Text zu veröffentlichen.
Vielleicht hilft es ja auch noch anderen.
Er ist ziemlich lang und in der Mitte schweife ich ein bisschen ab, deswegen werde ich ihn wohl etwas kürzen.
Ich hoffe dabei geht der Kontext nicht verloren.
Heute hab ich mich dagegen entschieden.
Ich hab schon viel gegessen heute. Mehr als sonst den ganzen Tag.
Aber ich will nicht mehr, dass das mein Lebensinhalt ist.
Ich will wieder das Leben schön finden.
Das ist nämlich das Gute daran am Leben zu sein.
Man kann es genießen. Man muss sich nur dafür entscheiden.
Ich weiß, dass es nicht so einfach ist.
Ich weiß, dass ich trotz meines Verbots auf die Waage steigen werde und ich weiß, dass ich mich dann hassen werde.
Aber im Moment hasse ich mich auch. Und im Moment nicht nur in den Momenten, die ich auf der Waage verbringe.
Es gibt wichtigere Dinge im Leben. Als Zahlen, Gewicht, Kalorien, Anzahl usw.
Ich will nicht, dass sich daraus mein Leben zusammensetzt.
Ich will Sprachen lernen, Reiten gehen, Freunde treffen, kochen, backen, lernen, studieren und die Ausbildung gut abschließen.
Ich weiß, dass es auch zusammen mit der Essstörung ginge.
Aber ich weiß, dass ich dann auch viel verpassen würde.
Weil ich dadurch so einen Tunnelblick bekomme und meine Gedanken immer nur ums Essen kreisen.
Es ist jetzt fast Ende Mai und ich bin kaum draußen.
Ich verkriech mich, bin depressiv, meide Menschen, bin grummelig, hab keine Lust auf irgendwas.
Ich weiß, dass das teilweise durch den Versuch die Pillen abzusetzen kommt. Aber viel kommt auch vom Hungern.
Ich habe Angst, dass ich fressen werde wie ein Schwein am Anfang und dann alles umsonst war.
Aber ich denke auch, dass sich mein Essverhalten auch wieder normalisieren wird.
Und irgendwann wird sich mein Gewicht wieder einpendeln. Bei einem gesunden Maß.
Und damit es nicht zu schlimm wird, werde ich wieder anfangen zu reiten.
Sport hilft. Nicht nur körperlich. Vielleicht geh ich auch mal wieder schwimmen. Das will ich auch schon seit ner Ewigkeit.
Ich mach mir das Leben immer mit Absicht schwer.
Manchmal glaub ich, aus reiner Langeweile.
Zusammen mit dem chronischen Selbsthass resultiert daraus dann wohl ein Plan zur kontinuierlichen Selbstzerstörung.
Das Schlimme daran ist, dass es mir Spaß macht.
Das Tolle an der Selbstzerstörung ist, dass man es voll ausleben kann und in den meisten Fällen sogar ohne ein schlechtes
Gewissen und ohne dass man aufgehalten wird oder werden kann. Und wenn es doch jemand versucht,
hat man immernoch das Argument, dass es ja niemand anderen betrifft, dass man selber über sich bestimmen kann.
Man ist ja schließlich alt genug.
Das Problem ist, dass man es nicht ist und auch gar nicht sein will.
Dafür macht es zu viel Spaß.
Aber ich weiß nunmal, dass es nicht nur mich betrifft. Dass viele unter meiner Zerstörung leiden.
Ich glaub ich weiß inzwischen, was ich will. Ich will irgendwann zurückblicken auf mein Leben und mir sagen können,
dass ich meine Zeit genutzt und nicht nur verschwendet habe.
Verschwendet mit einer Zerstörung, die niemandem hilft und nicht mal einen Zweck hat. In meinem Kopf natürlich schon.
Da bin ich die Märtyrerin, die die Welt um sie herum rettet, indem sie stirbt und sich opfert für das Wohl der anderen.
Einfach indem diese nicht mehr mit ihrer Anwesenheit belastet werden.
Aber mal ganz ehrlich: So wichtig bin ich nicht.
Es tut gut zu wissen, was man will. Ich fühl mich dadurch immer so frei.
Solche Epochen(?)/Zeitabschnitte, hab ich manchmal. Früher haben sie mir Angst gemacht.
Ich hab ihnen nicht getraut.
Ich wußte danach gehts wieder bergab. Im Moment weiß ich das auch.
Aber gerade versuch ich es einfach zu genießen. Diesen Sack Dunkelheit mal für ein paar Stunden ablegen zu können.
Das tut gut. Es entspannt sich dann auf einmal alles.
Alles wird unglaublich leicht und selbstverständlich.
Ein gutes Gefühl sich um nichts Sorgen machen zu müssen, weil es im Moment nichts gibt, dass es wert wäre.
Sorgen machen kann ich mir imernoch, wenn es soweit ist.
Wenn wirklich alles schief geht.
Man sollte nicht völlig unüberlegt sein, aber ich glaub das kann ich gar nicht.
Das Maß finden. Hör auf deinen Instinkt! Der ist nämlich gegen deine Ausrottung und ist somit das Beste was du hast.
Produktiv sein ist eher selten psychisch anstrengend. Langeweile viel eher.
Es wird langsam wieder alles eintönig und matschig grau in meinem Kopf. Blöd. Meine Leistung lässt nach.
Ich hab Hunger und keinen Bock mehr. Hab ich wirklich Hunger? Oder nur Durst? Keine Ahnung.
puusteblume - 6. Feb, 23:03
